Fractal Audio AM4 Amp Modeller vs. Neural DSP Quad Cortex: Black-Box- vs. White-Box-Amp-Modelling
Geschätzte Lesezeit: 10 Minuten
- Der Fractal AM4 bietet tiefgehendes White-Box-Modelling für dynamischen Realismus und umfangreiche Klangbearbeitung.
- Der Neural DSP Quad Cortex glänzt beim Erfassen realer Sounds mit seiner Black-Box-Technologie zum tonalen Klonen.
- Beide Geräte bedienen unterschiedliche Bedürfnisse von Gitarristen – Live-Performance versus Studio-Integration.
- Die Wahl hängt weitgehend von Workflow-Vorlieben und Spielstil ab.
Inhaltsverzeichnis
- Fractal Audio AM4 Amp Modeller vs. Neural DSP Quad Cortex: Zwei unterschiedliche Visionen digitalen Gitarrensounds
- Was ist White-Box-Amp-Modelling?
- Was ist Black-Box-Amp-Modelling?
- Fractal Audio AM4: Kompakter Fractal-Sound mit Flaggschiff-DNA
- Neural DSP Quad Cortex: Capture-Power, Touchscreen-Workflow und Studio-Flexibilität
- AM4 vs. Quad Cortex: Funktionsvergleich
- Welches Gerät fühlt sich eher wie ein echter Amp an?
- Praktische Erkenntnisse für Gitarristen
- Fazit: Fractal AM4 oder Neural DSP Quad Cortex?
Fractal Audio AM4 Amp Modeller vs. Neural DSP Quad Cortex: Zwei unterschiedliche Visionen digitalen Gitarrensounds
Der Fractal Audio AM4 und der Neural DSP Quad Cortex sind beide High-End-Amp-Modeler, die für ambitionierte Gitarristen entwickelt wurden. Sie richten sich jedoch an leicht unterschiedliche Spieler.

Der Fractal AM4 ist ein kompaktes Gerät im Stompbox-Stil, das Spielern Zugang zu Fractals hoch angesehenem Amp-Modelling-Engine in einem kleineren und erschwinglicheren Format bietet. Laut Buyer’s-Guide-Berichten läuft der AM4 mit Fractals Cygnus X-3 Amp Modelling und DynaCab-Lautsprechertechnologie. Klanglich gehört er damit zur gleichen Familie wie das Flaggschiff Axe-Fx III, bietet jedoch weniger gleichzeitige Blöcke und ein vereinfachtes, pedalboardfreundliches Design. Quelle: Quelle

Der Neural DSP Quad Cortex ist ein teurerer, touchscreenbasierter Amp-Modeler, Profiler und Multi-Effekt-Prozessor. Sein größtes Highlight ist Neural Capture, das maschinelles Lernen nutzt, um den Klang und die Ansprache echter Amps, Pedale oder kompletter Signalketten zu erfassen. Neural DSP gibt für den Quad Cortex 50+ Amp-Modelle, 70+ Effekte, 1000+ IRs, ein 7-Zoll-Multitouch-Display, WLAN, USB-Audio, MIDI, zwei FX-Loops sowie umfangreiche Live-/Studio-Anschlüsse an. Quelle
Einfach gesagt:
- Der Fractal AM4 ist für Spieler gedacht, die Amp-Modelling auf Flaggschiff-Niveau, tiefgehende Klangformung und ein realistisches Röhrenamp-Feeling in einem kompakten Format wollen.
- Der Quad Cortex ist für Spieler gedacht, die einen leistungsstarken Touchscreen-Workflow, Amp-/Pedal-Captures, Community-Presets und starke Studio-Integration wünschen.
Beide klingen hervorragend. Die eigentliche Frage lautet nicht: „Welches klingt gut?“ Sondern: Welcher Ansatz passt dazu, wie du spielst, aufnimmst, Sounds bearbeitest und performst?
Was ist White-Box-Amp-Modelling?
White-Box-Amp-Modelling ist der Ansatz, der am engsten mit Fractal Audio verbunden wird.
Bei einem White-Box-Modell „weiß“ der Modeler, was im Inneren der Amp-Schaltung passiert. Anstatt einem Amp lediglich zuzuhören und den Ausgang zu kopieren, bildet das System einzelne Teile der Schaltung mathematisch nach: Röhren, Transformatoren, Klangregelungen, Netzteilverhalten, Widerstände, Kondensatoren, Dioden und weitere Komponenten.
Im Fall von Fractal beschreiben Nutzer und technische Diskussionen die Methode des Unternehmens häufig als Component-Level-Modelling, bei dem dein Gitarrensignal durch eine Kette virtueller Komponenten verarbeitet wird, die sich wie ihre realen Gegenstücke verhalten. Quelle
Das bedeutet: Wenn du Gain, Bass, Mitten, Höhen, Presence, Endstufenparameter, Sag, Bias oder die Lautsprecherinteraktion veränderst, änderst du nicht einfach eine EQ-Kurve auf einem statischen Snapshot. Du veränderst, wie sich die virtuelle Schaltung verhält.
Warum White-Box-Modelling für Gitarristen wichtig ist
Der Hauptvorteil ist dynamischer Realismus.
Ein guter Röhrenamp reagiert nicht bei jeder Lautstärke, jedem Gain-Level, jeder Pickup-Ausgangsleistung oder jeder Anschlagstärke gleich. Er komprimiert, sackt ein, beißt, wird beim Zurückdrehen sauberer, blüht auf und zerrt abhängig davon, wie du spielst. Fractals White-Box-Ansatz soll diese Verhaltensweisen über einen großen Einstellbereich hinweg modellieren.
Praktische Vorteile sind:
- Besseres Clean-up beim Zurückdrehen des Gitarren-Volumes
- Realistischere Anschlagsdynamik und natürlicheres Aufblühen der Noten
- Natürlichere Gain-Übergänge von clean über Edge-of-Breakup bis gesättigt
- Bedeutungsvollere Änderungen an den Amp-Reglern
- Tiefgehende Bearbeitung des Endstufen- und Vorstufenverhaltens
- Konsistenter Klang über unterschiedliche Gain- und EQ-Einstellungen hinweg
Deshalb beschreiben viele Spieler Fractal-Geräte als besonders stark in Bezug auf röhrenähnliche Dynamik, Intermodulationsverzerrung und realistischen High-Gain-„Fizz“, wenn Amps stark angefahren werden. Quelle
Der Kompromiss? Tiefgehendes Modelling kann auch tiefgehende Menüs bedeuten. Fractal-Equipment belohnt Spieler, die gerne feintunen – oder zumindest bereit sind, ein paar großartige Presets zu bauen und zu speichern.
Was ist Black-Box-Amp-Modelling?
Black-Box-Modelling geht einen anderen Weg.
Anstatt jede interne Komponente eines Verstärkers zu modellieren, behandelt ein Black-Box-System den Amp oder das Rig als etwas, das von außen gemessen wird. Es sendet Testsignale in den Amp, zeichnet auf, was herauskommt, und trainiert ein Modell, um dieses Eingangs-zu-Ausgangs-Verhalten nachzubilden.
Das ist die Grundidee hinter Neural DSPs Neural Capture auf dem Quad Cortex. Das Gerät sendet Signale durch einen echten Amp, ein Pedal oder ein Rig, analysiert die Reaktion und erstellt ein Capture, das diesen Sound später reproduzieren kann. Quelle Quelle
Dieser Ansatz wird „Black Box“ genannt, weil das System die Schaltungstopologie des Amps nicht explizit kennt. Es weiß nicht, welcher Transformator, welche Röhrenstufe, welche Klangregelung oder welche Dioden-Clipping-Schaltung für den Ton verantwortlich ist. Es lernt einfach, wie das gesamte Rig reagiert.
Warum Black-Box-Modelling für Gitarristen wichtig ist
Der große Vorteil ist Tone Cloning.
Wenn du einen Lieblings-Röhrenamp, ein perfekt eingestelltes Pedalboard oder eine Studio-Signalkette hast, die du nie verlieren möchtest, kann der Quad Cortex genau diesen speziellen Sound erfassen und portabel machen. Für Tour-Gitarristen, Session-Player und Produzenten ist das enorm leistungsstark.
Praktische Vorteile sind:
- Eigene echte Amps und Pedale capturen
- Einen Studio-Sound für den Live-Einsatz nachbilden
- Community-Captures herunterladen
- Ein Fly-Rig auf Basis deines tatsächlichen Equipments bauen
- Überzeugende Ergebnisse ohne tiefes Schaltungs-Tweaking erzielen
- Viele Versionen von Amps an bestimmten Sweet Spots speichern
Die Einschränkung besteht darin, dass Captures typischerweise rund um die Einstellungen am stärksten sind, die beim Capturing verwendet wurden. Wenn du einen Amp mit Gain auf 6 und Mitten auf 5 gecaptured hast, kann der Capture dort fantastisch klingen. Wenn du jedoch die Gain-Struktur, das Endstufen-Feeling oder das Verhalten der Klangregelung drastisch verändern möchtest, kann ein White-Box-Modell natürlicher reagieren, weil es die virtuelle Schaltung versteht.
Das heißt nicht, dass Neural Capture schlecht ist – ganz im Gegenteil. Es ist eine der beeindruckendsten Technologien in modernem Gitarren-Equipment. Aber man sollte es am besten als Erfassen eines großartigen Tons verstehen, nicht als vollständige Nachbildung jedes möglichen Verhaltens einer Verstärkerschaltung.
Fractal Audio AM4: Kompakter Fractal-Sound mit Flaggschiff-DNA
Der Fractal AM4 ist spannend, weil er Fractals High-End-Modelling in ein kleineres und erschwinglicheres Format bringt. Laut aktuellen Buyer’s-Guide-Informationen wurde der AM4 als kompakte Fractal-Einheit im Stompbox-Stil veröffentlicht und nutzt dasselbe zentrale Cygnus X-3 Amp Modelling sowie dieselbe DynaCab-Lautsprechertechnologie, die auch in größeren Fractal-Systemen zu finden ist. Quelle Quelle
Zu den berichteten Feature-Highlights gehören:
- 240+ Amp-Modelle
- 45+ DynaCabs
- 325+ Effekte
- Etwa 75+ Drive-Pedal-Modelle
- Vier Effektblöcke pro Preset
- Kompaktes, pedalboardfreundliches Format
- Amp-Sound auf Axe-Fx-Niveau in einem kleineren Paket
Das größte Verkaufsargument ist klar: Fractal-Amp-Sound, ohne ein größeres Fractal-Floorboard oder Rack-Gerät kaufen zu müssen.
Stärken des AM4
Der AM4 ist besonders attraktiv, wenn deine Signalkette relativ fokussiert ist. Zum Beispiel:
- Drive → Amp → Cab → Delay
- Amp → Cab → Reverb → Boost
- Kompressor → Amp → Cab → Modulation
- Amp → Cab → EQ → Delay
Wenn du hauptsächlich einen Amp, ein Cab und ein paar sorgfältig ausgewählte Effekte brauchst, bietet der AM4 ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis. Er ist besonders stark für Gitarristen, die bereits ein Pedalboard besitzen und Fractal-Amp- und Cab-Modelling als Herzstück ergänzen möchten.
Eine weitere Stärke ist die Amp-Flexibilität. Da Fractal White-Box-Modelling nutzt, kannst du ein einzelnes Amp-Modell nehmen und deutlich umformen. Du kannst die virtuelle Endstufe stärker anfahren, Sag anpassen, das Lautsprecherverhalten ändern, die Gain-Struktur verfeinern und das Spielgefühl auf eine Weise feinabstimmen, die über das bloße Laden eines Snapshots hinausgeht.
Einschränkungen des AM4
Die größte Einschränkung ist die Struktur mit vier Blöcken pro Preset. Das ist kein Gerät für Spieler, die riesige Dual-Amp-Rigs, mehrere parallele Signalwege, Stereo-Wet/Dry/Wet-Setups oder fünf übereinandergestapelte Ambient-Delays wollen.
Im Vergleich zu größeren Fractal-Geräten wie Axe-Fx III, FM9 oder FM3 ist der AM4 bewusst kompakter und schlanker gehalten. Reviews merken außerdem an, dass das kleinere Display bedeutet, dass tiefere Bearbeitungen mit einem Desktop-Editor einfacher sind als direkt am Gerät. Quelle Quelle
Für viele Spieler ist das ein fairer Kompromiss. Für Power-User kann es sich einschränkend anfühlen.
Neural DSP Quad Cortex: Capture-Power, Touchscreen-Workflow und Studio-Flexibilität
Der Neural DSP Quad Cortex ist einer der meistdiskutierten Amp-Modeler der letzten Jahre – und das aus gutem Grund. Er kombiniert Amp-Modelling, Effekte, IR-Loading, Neural Capture, USB-Audio, WLAN und eine moderne Touchscreen-Oberfläche in einem kompakten Floorboard.
Laut den offiziellen Produktinformationen von Neural DSP enthält der Quad Cortex:
- 50+ Amp-Modelle
- 70+ Effekte
- 1000+ IRs
- KI-gestütztes Neural Capture
- 7-Zoll-Multitouch-Display
- Fußschalter-Drehregler aus Edelstahl
- WLAN
- Gehäuse aus eloxiertem Aluminium
- 2-GHz-Quad-Core-SHARC-Architektur
- Zwei Combo-Eingänge
- Zwei FX-Loops
- 6,3-mm- und XLR-Ausgänge
- Kopfhörerausgang
- MIDI I/O
- Zwei Expression-Pedal-Anschlüsse
- USB-Audio-Interface
Stärken des Quad Cortex
Der wichtigste Grund, einen Quad Cortex zu kaufen, ist Neural Capture.
Wenn du einen großartigen Röhrenamp, einen Boutique-Overdrive, ein Lieblings-Fuzz oder eine komplette Studio-Signalkette besitzt, kannst du sie mit dem Quad Cortex capturen und überallhin mitnehmen. Das ist ein riesiger Vorteil für Spieler, die nicht einfach „einen großartigen Marshall-Style-Sound“ oder „einen schönen cleanen Fender-Style-Ton“ wollen – sie wollen ihren Amp mit ihren Einstellungen.
Die zweite große Stärke ist die Benutzeroberfläche. Der große Touchscreen und der Drag-and-drop-Workflow lassen den Quad Cortex modern und schnell wirken. Für Spieler, die Smartphones und Tablets gewohnt sind, kann das Bearbeiten von Signalketten auf einem Touchscreen viel natürlicher sein als das Navigieren durch Menüs.
Die dritte Stärke ist die Studio-Integration. Mit USB-Audio, WLAN, Cloud-Backup, geteilten Captures und starken Ein-/Ausgängen funktioniert der Quad Cortex gut als Home-Recording-Zentrale, Live-Rig oder Fly-Rig.
Einschränkungen des Quad Cortex
Der Quad Cortex hat weniger native Amp-Modelle als das Fractal-Ökosystem. Das ist nicht unbedingt ein Problem, denn der Quad Cortex setzt stark auf Captures. Wenn du jedoch eine riesige integrierte Bibliothek an sofort bearbeitbaren Amp-Modellen möchtest, hat Fractal den Vorteil.
Einige Nutzer, die Fractal-Geräte mit dem Quad Cortex vergleichen, berichten außerdem, dass Fractal dynamisch reaktiver wirkt, während der Quad Cortex in bestimmten High-Gain- und Edge-of-Breakup-Situationen glatter oder etwas weniger aggressiv wirken kann. Quelle Quelle
Es gibt auch Diskussionen über komplexes Routing und Latenz. Einige Buyer’s Guides und Nutzer legen nahe, dass bestimmte High-End-Fractal-Geräte tiefere Routing-Optionen und in manchen Konfigurationen eine geringere Latenz als der Quad Cortex bieten. Quelle
Dennoch bleibt der Quad Cortex eine der stärksten Optionen für Spieler, die Captures, schnelle Bearbeitung und Studio-Komfort schätzen.
AM4 vs. Quad Cortex: Funktionsvergleich
| Feature | Fractal Audio AM4 | Neural DSP Quad Cortex |
|---|---|---|
| Kernansatz | White-Box-Schaltungsmodelling | Hybrides Modelling + Black-Box Neural Capture |
| Amp-Modelle | Ca. 240+ | 50+ Amp-Modelle plus Captures |
| Lautsprecher-/Cab-Technologie | 45+ DynaCabs, IR-Unterstützung | 1000+ IRs, Cab-Tools, Full-Rig-Captures |
| Effekte | Ca. 325+ Effekte, 75+ Drives | 70+ Effekte |
| Preset-Struktur | 4 Blöcke pro Preset | Flexibles rasterbasiertes Routing |
| Interface | Kompaktes Display, Hardware-Regler, Desktop-Editor empfohlen | 7-Zoll-Touchscreen, Drag-and-drop-Workflow |
| Bestes Feature | Fractal-Amp-Realismus im kompakten Format | Neural Capture und moderner Workflow |
| Am besten für | Live-Spieler, Pedalboards, Amp-Realismus, fokussierte Rigs | Studio-Spieler, Capture-Nutzer, flexible Live-/Studio-Setups |
| Preisposition | In vielen Märkten günstiger als Quad Cortex | Höheres Preissegment |
Welches Gerät fühlt sich eher wie ein echter Amp an?
An dieser Stelle wird die Debatte interessant.
Viele Spieler, die Fractal bevorzugen, beschreiben dessen Modelle als „lebendiger“, „dreckiger“, „reaktiver“ oder „röhrenähnlicher“, besonders beim Zurückdrehen des Gitarren-Volumes oder bei härterem Anschlag. Das ergibt angesichts von Fractals White-Box-Modelling-Ansatz Sinn. Das Gerät reproduziert nicht nur eine gecapturete Reaktion; es simuliert, wie sich die virtuelle Amp-Schaltung unter vielen unterschiedlichen Bedingungen verhalten sollte.
Quad-Cortex-Fans bringen oft ein anderes Argument: Neural Capture kann nahezu exakt wie ein bestimmter Amp mit einer bestimmten Einstellung klingen. Im Mix kann das alles sein, was du brauchst. Wenn dein gecaptureter Amp-Sound bereits perfekt ist, ist es dir vielleicht egal, ob das Gerät jede interne Schaltungsinteraktion modelliert.
Die praktische Antwort lautet also:
- Für dynamisches Spielgefühl und Bearbeitbarkeit: Der Fractal AM4 hat die Nase vorn.
- Für das Klonen eines bestimmten realen Tons: Der Quad Cortex hat die Nase vorn.
- Für den finalen aufgenommenen Sound im Mix: Beide können professionell klingen.
Praktische Erkenntnisse für Gitarristen
Wähle den Fractal AM4, wenn:
- Du das Spielgefühl und die Ansprache von Fractals White-Box-Amp-Modelling möchtest.
- Du hauptsächlich einfache Signalketten verwendest.
- Du bereits externe Pedale besitzt und eine erstklassige Amp-/Cab-Plattform brauchst.
- Du viele Amp-Modelle und Effekte in einem kompakten Gerät möchtest.
- Dir Amp-Verhalten wichtiger ist als das Capturen deines eigenen Equipments.
- Du im Vergleich zu größeren Flaggschiff-Modelern ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis möchtest.
Ein großartiges AM4-Setup könnte sein: Gitarre → Lieblings-Drive-Pedale → AM4 Amp/Cab/Delay/Reverb → FRFR-Lautsprecher, PA oder Recording-Interface.

Wähle den Neural DSP Quad Cortex, wenn:
- Du deine eigenen Amps, Pedale oder kompletten Rigs capturen möchtest.
- Du Touchscreen-Bearbeitung bevorzugst.
- Du starke Recording- und USB-Audio-Funktionen möchtest.
- Du gerne Community-Captures herunterlädst und teilst.
- Du eine flexible All-in-one-Zentrale für Live und Studio brauchst.
- Du schnellen Workflow höher bewertest als tiefes Component-Level-Tweaking.
Ein großartiges Quad-Cortex-Setup könnte sein: Gitarre → Quad Cortex mit gecaptureter Amp-/Pedal-Kette → XLR zum Front-of-House und USB zu deinem Recording-Computer.

Wenn du live spielst
Für geradlinige Live-Rigs ist der AM4 unglaublich attraktiv, weil er dir erstklassige Amp-Sounds bei kleiner Stellfläche bietet. Wenn du jedoch flexibleres Routing, mehrere Ein-/Ausgangswege, Captures oder ein vollständiges All-in-one-Floorboard brauchst, kann der Quad Cortex praktischer sein.
Wenn du zu Hause aufnimmst
Der Quad Cortex hat als Recording-Zentrale dank USB-Audio, Touchscreen-Workflow, WLAN und Capture-Ökosystem einen klaren Vorteil. Der AM4 kann jedoch ebenfalls außergewöhnliche Aufnahmesounds liefern, wenn du bereits ein Interface besitzt und Fractals Amp-Feeling bevorzugst.
Wenn du Tweaking liebst
Nimm Fractal. Der AM4 hat zwar weniger Blöcke als größere Fractal-Geräte, aber die Amp-Modelle selbst sind tiefgehend. Wenn du gerne Sag, Bias, Lautsprecherinteraktion, EQ-Verhalten und Gain-Struktur verfeinerst, ist Fractals White-Box-Ansatz extrem lohnend.
Wenn du Tweaking hasst
Nimm den Quad Cortex. Capture oder lade einen großartigen Sound herunter, setze ihn in ein Preset, füge Effekte hinzu und spiele. Für viele Gitarristen ist dieser Workflow schneller und inspirierender.
Fazit: Fractal AM4 oder Neural DSP Quad Cortex?
Die Entscheidung Fractal Audio AM4 vs. Neural DSP Quad Cortex ist letztlich eine Frage der Philosophie.
Der Fractal AM4 ist die bessere Wahl, wenn du äußerst realistische, tiefgehend bearbeitbare Amp-Modelle möchtest, die wie virtuelle Schaltungen reagieren. Sein White-Box-Modelling-Ansatz bietet dir dynamisches Spielgefühl, breite Kontrolle und eine riesige Bibliothek an Amps und Effekten in einem kompakten Format. Der Kompromiss sind weniger gleichzeitige Blöcke und eine weniger luxuriöse Bedienoberfläche direkt am Gerät.
Der Neural DSP Quad Cortex ist die bessere Wahl, wenn du echte Rigs capturen, einen modernen Touchscreen nutzen, dich in ein Studio-Setup integrieren und auf eine Welt geteilter Sounds zugreifen möchtest. Seine Black-Box-Neural-Capture-Technologie ist unglaublich leistungsstark, wenn es darum geht, bestimmte Sounds zu reproduzieren. Der Kompromiss ist, dass Captures auf extreme Parameteränderungen möglicherweise nicht so organisch reagieren wie eine vollständig modellierte Schaltung.
Keines der beiden Geräte ist „falsch“. Beide sind professionelle Werkzeuge, die hervorragende Gitarrensounds liefern können.
Wenn dein Traum eine kompakte Box ist, die sich wie eine riesige Sammlung echter Amps verhält, kaufe den Fractal AM4.
Wenn dein Traum ist, deine exakt liebsten Amp- und Pedal-Sounds überallhin mitzunehmen, kaufe den Neural DSP Quad Cortex.
Für heutige Gitarristen ist genau das der eigentliche Gewinn: Ob du White-Box-Modelling oder Black-Box-Capture bevorzugst – moderne Amp-Modeler haben einen Punkt erreicht, an dem großartiger Sound nicht mehr die Frage ist. Die Frage ist, welcher Workflow dich dazu inspiriert, mehr zu spielen.
FAQ
- Was ist der Hauptunterschied zwischen dem Fractal AM4 und dem Quad Cortex?
- Der Fractal AM4 nutzt White-Box-Modelling für dynamischen Realismus, während der Quad Cortex Black-Box-Technologie zum Erfassen von Sounds einsetzt.
- Kann ich den AM4 für Live-Auftritte verwenden?
- Ja, der Fractal AM4 ist ideal für Live-Spieler, die kompaktes Amp-Modelling und Effekte benötigen.
- Ist der Quad Cortex für Studioaufnahmen geeignet?
- Absolut, der Quad Cortex bietet hervorragende Studio-Integration und USB-Audio-Funktionen.
- Welches Gerät ist besser für vielseitige Signalketten?
- Der Quad Cortex bietet flexible Routing-Optionen, die komplexe Signalketten ermöglichen.
- Können beide Geräte professionelle Soundqualität liefern?
- Ja, sowohl der Fractal AM4 als auch der Neural DSP Quad Cortex liefern professionelle Sounds, die für Aufnahmen und Live-Performance geeignet sind.
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